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Organschaft/ Basiswissen

Eine Organschaft erfordert mindestens zwei Betriebe. Diese Betriebe sind jeweils rechtlich selbstständig und bleiben es in zivil- bzw. gesellschaftsrechtlich Sicht auch. Es besteht lediglich wirtschaftlich eine gewisse Unselbstständigkeit. Das Steuerrecht folgt oftmals der wirtschaftlichen Betrachtungsweise, sodass hinsichtlich der steuerlichen Folgen einer Organschaft die Selbstständigkeit der beiden Betriebe in Teilen verloren geht. Besonders ausgeprägt ist dies bei der Umsatzsteuer.

Einer der Unternehmen im Organschaftskreis weist eine untergeordnete eingegliederte Stellung auf und wird als Organgesellschaft bezeichnet, das andere Unternehmen im Organschaftskreis spielt eine übergeordnete beherrschende Rolle. Dieses übergeordnete Unternehmen wird als Organträger bezeichnet. Aus den beiden Betrieben entsteht faktisch nur noch ein steuerpflichtiger Betrieb des Organträgers. Die Summe aller Betriebe einer Organschaft wird als sog. Organkreis bezeichnet. Dem Organträger werden neben seinen eigenen Einkünften bzw. Umsätzen auch die Einkünfte bzw. Umsätze der Organgesellschaft zugeordnet und von ihm versteuert.

Auch wenn nachfolgend aus Gründen der Übersichtlichkeit immer nur von „einer“ Organgesellschaft die Rede ist, gibt es rein rechtlich keinerlei zahlenmäßige Begrenzung. Neben einer Organgesellschaft kann horizontal eine unbegrenzte Anzahl weiterer eingegliederter Organgesellschaften zum selben Organträger vorliegen. Auch in vertikaler Hinsicht kann jeder Organträger seinerseits wiederum Organgesellschaft eines anderen Organträgers sein. Die Organgesellschaften haben jedoch die anfallenden Steuern, welche bei dem Organträger anfallen zu tragen. Dies entspricht über der bilanziellen Position „Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen“.

Christian Bahr

Diplom-Kaufmann

Steuerberater

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